Heute werden den Häftlingen alle sechs Monate HIV-Tests angeboten, und in den letzten fünf Jahren hat es bei den etwa 6.000 Häftlingen in moldauischen Justizvollzugsanstalten nur eine einzige HIV-Übertragung gegeben.
Dr. Barbiros erklärt, Sucht sei eine Krankheit, die behandelt und nicht bestraft werden müsse, und die Schadensminderungsprogramme seien entscheidend für den Schutz sowohl der Häftlinge als auch des Personals gewesen.
„Es gibt Wege, Drogen selbst in Strafanstalten mit der höchsten Sicherheitsstufe zu schmuggeln, und die Häftlinge finden gefährliche Möglichkeiten für den Konsum“, meint sie. „Wir haben seit 1999 keinen Anstieg der Zahl der Drogenkonsumenten, aber wir haben eine deutliche Reduzierung der Fälle von HIV und Hepatitis. Ein Rückgang bei diesen Krankheiten nützt allen.“
Neben dem Spritzentausch hat das Programm einen weiteren Bestandteil: Täglich um 10 Uhr betreten etwa 40 Männer jeweils einzeln einen kleinen Behandlungsraum in der Krankenstation der Haftanstalt.
Zwei Krankenschwestern geben entweder Methadon oder Buprenorphin – beides Opioid-Substitutionstherapien – aus, die die Suchttherapie unterstützen und gleichzeitig das Risiko einer Übertragung von HIV und Hepatitis und von Überdosierungen senken.