Vor der Nutzung der App haben Marc und seine Kolleg*innen ein papiergestütztes System verwendet. Er hatte kein Instrument zur Überprüfung der Krankengeschichte seiner Patient*innen. Für die Diagnose und Behandlung zog er Handbücher zu Rate und zeichnete das Ergebnis seiner Beratungen dann jeweils mit Papier und Stift auf.
Die von ihm erfassten Gesundheitsdaten wurden dann der lokalen Gesundheitseinrichtung gemeldet, aber Probleme mit der Datenqualität wie die Auslassung oder Dopplung von Daten waren eine Herausforderung. Die Verwendung von Papierunterlagen und Handbüchern war umständlich und zeitaufwändig.
Marc meint, dass die Umstellung von dem papiergestützten System auf die mobile App viele Vorteile hätte.
Mit der App kann er sofort die Krankenakte eines Patienten oder einer Patientin aufrufen. Er erhält die neueste Anleitung für Diagnose und Behandlung, Überweisungen und Kontrolluntersuchungen, und es passiert nicht so leicht, dass ein Fall doppelt erfasst wird oder wichtige Informationen ausgelassen werden.
„Die App hat sehr viele Veränderungen für mich gebracht“, erklärt Marc. „Vorher musste ich in einem Notizbuch nach Informationen suchen, um [das Alter des Kindes] zu ermitteln. Dann musste ich in dem Leitfaden nachsehen [...] um festzustellen, wie viele Tabletten das Kind nehmen soll. Aber jetzt erklärt das Gerät alles. Das gibt uns sehr viel Orientierungshilfe.“
Die App umfasst auch Kurse zur Fortbildung, die Marc und seine Kolleg*innen jederzeit nutzen können.
Die Vorteile der Digitalisierung gehen aber weit über die tägliche Arbeit der kommunalen Gesundheitshelfer*innen hinaus. Die einzelnen Patient*innen profitieren, weil sie genauere Diagnosen und eine präzisere Versorgung sowie Informationen über die Krankheitsvorbeugung und frühzeitige Intervention erhalten.
Der nächste Schritt wird die Anbindung der Gesundheitsdaten, die Marc und seine Kolleg*innen durch Mhealth_Burkina erfassen, an das zentralisierte Gesundheitsmanagement-Informationssystem DHIS2 sein, so dass Entscheider*innen ein umfassenderes und genaueres Bild der kommunalen Gesundheitsversorgung haben werden. Dies wird die frühzeitige Überwachung von Krankheitsausbrüchen stärken und zu einer schnelleren und wirksameren Reaktion führen.
Der Einsatz von Mhealth_Burkina begann Anfang 2022. Inzwischen wird die App in neun Regionen und 12 Gesundheitsbezirken in ganz Burkina Faso genutzt und erreicht über 4.000 kommunale Gesundheitshelfer*innen. Aktuell werden Pläne für die landesweite Einführung der Technologie entwickelt.