An jedem Sentinel-Standort verfolgt und protokolliert das Gesundheitspersonal täglich die Zahl der Patient*innen, die über Symptome wie Fieber, Husten und Durchfall klagen. Diese Daten werden den Gesundheitsbehörden über die Teranga-Plattform in Echtzeit übermittelt. Dadurch stehen verlässliche Informationen für schnelle Entscheidungen zur Verfügung.
Statt Proben bis nach Dakar senden zu müssen, können Labortechniker*innen jetzt Arboviren wie Gelbfieber und Dengue identifizieren. Das spart Zeit und Ressourcen und bietet den Verantwortlichen vor Ort die Möglichkeit, bei Bedarf schnell zu reagieren.
Für Sidonia Vieira, die das nationale Überwachungsteam von Guinea-Bissau leitet, wurde mit dem Sentinel-System ein Paradigmenwechsel vollzogen.
„Wir haben ein zentralisiertes System für die Nachverfolgung von Fällen, die Weitergabe von Informationen und die Koordination unserer Maßnahmen aufgebaut“, erklärt sie. „Wir haben bessere Möglichkeiten, unsere Menschen zu schützen. Das gibt uns Zuversicht, und wir sind in der Lage, wirksam zu reagieren.“
Durch WARIL sind 23 Gesundheitsfachkräfte – darunter Pflegekräfte und Labortechniker*innen – in der Erkennung früher Anzeichen von Arbovirusinfektionen und Atemwegserkrankungen und deren Meldung unter Verwendung klarer, standardisierter Protokolle geschult worden.
Allein in Bairro Militar sind über 100 kommunale Gesundheitshelfer*innen darin geschult worden, Gesundheitsereignisse aktiv an der Basis zu überwachen. Diese vor Ort tätigen Helfer*innen bilden eine wichtige Brücke zwischen den Gemeinden und dem formalen Gesundheitssystem: Sie erkennen Symptome frühzeitig, überweisen Patient*innen zur Behandlung und sensibilisieren dafür, wie die Ausbreitung von Krankheiten verhindert werden kann. In Guinea-Bissau und anderen Ländern in ganz Westafrika haben die Investitionen in die Ausweitung des 4S-Netzwerks ihren Wert bereits bewiesen. Dort werden zahlreiche virale Pathogene wie Dengue-, Chikungunya- und Lassa-Fieber sowie Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber nachgewiesen. Aufgrund dieser Investitionen können Behörden schnell handeln und Menschen überall besser vor zukünftigen Krankheitsausbrüchen schützen.